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Wohnboxen für Geflüchtete in Besigheim

Am Anfang der Überlegungen stand ein Zeitungsbericht über eine geplante Flüchtlingsunterbringung in Metall-Wohncontainern. Uns stellte sich die Frage, ob Wohn- bzw. Raumzellen zu einem vergleichbaren m2-Preis in Holzbauweise zu bauen sind. Die Wertschöpfung sollte im näheren Umfeld bleiben, weil mit örtlichen Handwerkern die Module hergestellt werden. Zudem musste die EnEV eingehalten werden und die Bauweise ökologisch und für die Nutzer möglichst angenehm sein.
Bei den Konzeptionen stand immer der einzelne Mensch im Zentrum der Überlegungen. Durch die sehr dichte Unterbringung der Bewohner auf engem Raum mussten Lösungen gefunden werden, die möglichst viel Intimsphäre ermöglicht. So wurden die Stockbetten als integraler Bestandteil der Container betrachtet und fest eingebaut.
Jeder Bettplatz hat ein eigenes kleines Lüftungsfenster, eigene Steckdosen für Ladegeräte und einen Sichtschutz. Das wird durch ein Drehen des Containers ermöglicht: die Belichtung erfolgt über die lange Seite, nicht wie sonst üblich über die kurze.
Jeweils vier Wohnzellen werden zu einer Wohneinheit mit jeweils zwei Sanitäreinheiten und einer eigenen Küche verbunden. Damit ergibt sich eine Belegung von maximal 12 Personen je Einheit. Erfahrungsgemäß ist das eine Gruppengröße, bei der ein Zusammenleben noch funktioniert. Eine Wohneinheit hat ein größeres Familienzimmer. Eine Nachnutzung als eigenständige Wohung ist möglich.
Jedes Haus besteht aus 32 Wohneinheiten, 8 Servicemodulen und einem Technikcontainer, in dem die zentrale Haustechnik untergebracht ist. Die Basiskonfi guration hat somit 7 Wohneinheiten und eine Einheit mit einem Gruppenraum und Räumen für die Sozialarbeit und dem Hausmeister. Beim Standort Besigheim ist die Übergabestation der Nahwärmeversorgung untergebracht, weil sich die Heizungsanlage im nahegelegenen Freibad befindet. Zusätzlich ist dort ein BHKW installiert, das neben der Wärme auch ein Gebäude (von 4) mit Strom versorgt. Bauzeit für alle vier Gebäude (348 Plätze) inkl. Gründung und Erschließung: 6 Monate
Dies wurde ermöglicht durch den hohen Vorfertigungsgrad der Module.

Nutzfläche
2 768 m²

Bruttorauminhalt
10 222 m²

Planung
ab Oktober 2015

Fertigstellung
Gebäude 1: März 2016
Gebäude 4: Juli 2016

Leistungsphasen
1-5

Foto und Video
Dietmar Strauß
brueders + Max Isele